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eXistenZ

eXistenZ ist ein Science-Fiction-Thriller des kanadischen Regisseurs David Cronenberg aus dem Jahr 1999. Der Film wurde in Deutschland erstmals am 16. Februar 1999 auf der Berlinale gezeigt.


Zu Beginn des Films findet sich der Zuschauer zusammen mit ausgewählten Pressevertretern in einem Präsentationssaal wieder, in dem das Softwareunternehmen „Antenna Research“ ein neues Computerspiel vorstellt. Die Präsentation wird von der Softwareentwicklerin Allegra Geller selbst durchgeführt.
Die Spieler sind mit der virtuellen Welt des Spiels durch eine Konsole verbunden, die einem Klumpen tierischen Gewebes ähnelt. Die Konsole ist über einen Bioport, der in den Rücken der Spieler gebohrt wurde, an deren Nervensystem angeschlossen. Die Verbindung geschieht über Kabel, die einer Nabelschnur ähneln.
Den Teilnehmern ist nach dem Starten des Spiels nicht direkt bewusst, dass sie sich in der virtuellen Realität des Spiels befinden, da sie möglichst unterbrechungsfrei aus der momentanen Realität eingeleitet wird.
Während der Präsentation zieht einer der anderen Gäste plötzlich eine Waffe aus biologischen Teilen und verwundet Allegra. Zusammen mit Ted Pikul gelingt es ihr jedoch, zu flüchten und sich vor den Angreifern zu verstecken. Diese hält sie zunächst für Agenten von Konkurrenzunternehmen. Ted behandelt die Verletzung und stellt fest, dass Allegra mit einem menschlichen Zahn beschossen wurde.


Auf ihrer Flucht findet Allegra heraus, dass ihre Spielekonsole beschädigt wurde und nur dadurch repariert werden kann, dass das in ihr gespeicherte Spiel wieder aktiv gespielt wird, da die Konsole ihre Energie direkt aus dem Bioport der Mitspieler bezieht. Dazu sind zwei Spieler nötig, doch Ted besitzt einen solchen Bioport nicht. An einer Tankstelle überredet Allegra ihn nun dazu, sich von dem zwielichtigen Tankstellenbesitzer Gus einen solchen Port direkt an die Wirbelsäule einsetzen zu lassen, auch wenn die Infektionsgefahr unter diesen Bedingungen sehr hoch ist. Nach dem Eingriff ist Ted vorübergehend gelähmt, und Gus will die Gelegenheit nutzen, um Allegra zu töten, um das hohe Kopfgeld zu kassieren, wird aber im letzten Moment von Ted erschossen.

Deutscher TiteleXistenZ
OriginaltiteleXistenZ
ProduktionslandKanada, Großbritannien
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1999
Länge97 Minuten
AltersfreigabeFSK 16
RegieDavid Cronenberg
DrehbuchDavid Cronenberg
ProduktionDavid Cronenberg
Andras Hamori
Robert Lantos
MusikHoward Shore
KameraPeter Suschitzky
SchnittRonald Sanders
Besetzung
Jennifer Jason Leigh: Allegra Geller
Jude Law: Ted Pikul
Ian Holm: Kiri Vinokur
Willem Dafoe: Gas
Don McKellar: Yevgeny Nourish
Callum Keith Rennie: Hugo Carlaw
Christopher Eccleston: Seminar-Leiter
Sarah Polley: Merle
Robert A. Silverman: D’Arcy Nader
Oscar Hsu: chinesischer Kellner
Kris Lemche: Noel Dichter

Dass bisher dem Zuschauer immer wieder eigentlich vertraute Geräte – wie eine Spielekonsole oder ein Mobiltelefon sowie auch Spezialwaffen – in sehr bizarren, meist biologischen Ausführungen gezeigt werden, steigert sich in der Nähe der Tankstelle noch weiter, als plötzlich eine mehrköpfige Echse gezeigt wird. Jedoch wird durch die Kontinuität dieses Auftauchens und dem vertrauten Umgang der dargestellten Personen mit diesen Begebenheiten der Eindruck einer absolut normalen Realität der Beteiligten geschaffen.
Nachdem nun auch Ted über einen Port verfügt, beginnen Allegra und er damit, ihr Spiel zu spielen. Sie erklärt ihm die Besonderheiten, auf die er achten muss, und dass er sich zunächst auf das Spiel einlassen muss, um selbst mitspielen zu können.
Schon zu Beginn des Spiels ist Ted sehr nervös, er macht sich Sorgen um seinen „schlafenden“, realen Körper, über den er im Spiel keine Kontrolle mehr hat. Er unterbricht das Spiel, aber ist sich nicht mehr sicher, ob er und Allegra sich in der Realität oder nur einer weiteren Ebene des Spiels befinden. Dennoch lässt er sich von Allegra überreden, das Spiel fortzusetzen.
Die nun folgenden Teile werden zunehmend verwirrender, da auch für den Zuschauer nicht mehr eindeutig klar ist, ob sich die Handlungen in der Realität abspielen oder im Spiel. Zudem spielen die Spieler, Allegra und Ted, im Spiel ein ähnliches Spiel, das auf ähnlichen Grundlagen basiert.
Die „Welten“, in denen sie sich schlagartig wiederfinden, werden zunehmend surrealer und sowohl für Ted als auch für den Zuschauer bedrückender. So befindet sich Ted plötzlich an einem Fließband in einer Aufzuchtstation für mutierte Amphibien wieder, wo er Riesenfrösche aufschneidet und ausnimmt, ohne es zu wollen – das Spiel kontrolliert die Handlungen seines virtuellen Körpers, um „die Handlung voranzutreiben“, wie Allegra es ihm zuvor erklärt hat. Er kommuniziert mit verschiedenen Figuren des Spiels, wobei man oft eine relativ einfache Programmierung ihrer Figuren bemerkt, da sie ihre Handlungen und Sprachphrasen teilweise exakt wiederholen. Kurz darauf trifft Ted wieder auf Allegra, die ein ähnliches Verhalten aufweist und ihn nicht zu erkennen scheint, was entweder auf die Kontrolle ihrer Figur durch das Spiel oder eine Allegra gleichende Spielfigur schließen lässt, oder dass Allegra an sich gar keine reale Person ist, sondern nur eine Spielfigur, die in allen Sphären des Films auftaucht. Sie und weitere Spielfiguren geben Ted immer neue, offenkundig sinnlose Aufgaben, die sich teilweise widersprechen und ihn hilflos durch das Spiel irren lassen.
Ted entdeckt im Laufe des Spiels immer mehr seltsame Parallelen zur realen Welt, beispielsweise die biologische Waffe, mit der Allegra angeschossen wurde: Teds Figur baut aus den Resten eines Essens, das er in einem chinesischen Restaurant bestellt hat, eine solche Waffe und erschießt gegen seinen Willen den Kellner.
Während Ted langsam immer panischer und verzweifelter bei der sinnlos erscheinenden, im Kreis führenden Reise durch die Welten wird, ist Allegra nur auf ihren Spielcontroller fixiert, den sie wie ein Lebewesen behandelt und aus unerklärlichen Gründen vor etwas zu retten versucht.
Schließlich erwachen die beiden auf ihrem Bett in der für sie realen Welt, jedoch haben sie einen infizierten Controller aus eXistenZ mitgebracht, was eigentlich unmöglich ist. Als dann ein Soldat, der Mitspieler Hugo Carlaw, in das Haus stürmt, es in Brand setzt und den Controller zerschießt, gelangt Ted zu der Erkenntnis, sich noch in einem Spiel zu befinden. Er und Allegra rennen aus dem brennenden Haus, vor dem sich eine Schlacht abspielt, in der die „Freunde der Realität“ alle Spiele und Spieler vernichten. Ein guter Freund von Allegra, in dessen Haus sie Unterschlupf gefunden hatten, scheint auch dazuzugehören, und so erschießt Allegra ihn kurzerhand in dem Glauben, sich noch im Spiel zu befinden. Ted versucht ihr klarzumachen, dass sie möglicherweise doch in der Realität sind und Allegra gerade einen echten Menschen getötet hat. Er nimmt ihr die Maschinenpistole ab, gibt sich als Anhänger der „Freunde der Realität“ zu erkennen und zielt auf sie, worauf sie eine kleine Fernbedienung aus der Tasche holt, mit der sie seinen implantierten Bioport sprengt und ihn somit tötet. Allegra ist überzeugt davon, damit das Spiel gewonnen zu haben.
Sie, Ted und weitere Figuren des Films erwachen schließlich in einem Raum, in dem sie an ein neues Spiel namens „transCendenZ“ (siehe Transzendenz) angeschlossen waren. Ted und Allegra gehen zu den Erfindern dieses Spiels, in dem der gesamte Film stattgefunden hat, geben sich als „Freunde der Realität“ zu erkennen, und erschießen sie.
Als sie im Begriff sind, auch einen Wachmann zu töten, fragt sie dieser irritiert, ob man noch immer im Spiel sei. Es ist und bleibt dem Zuschauer bis zum Ende nicht klar, ob sich die Figuren bis zum Ende noch im Spiel befinden oder diesmal wirklich in der Realität.


  • Der Film spielt mit dem Wechsel von vermeintlicher Realität und virtueller Realität. Die Charaktere bewegen sich innerhalb und außerhalb eines Computerspiels mit dem Namen eXistenZ, eines Abenteuerspiels mit dem Ziel, den Sinn des Spiels herauszufinden. Ähnlich wie in dem Buch Simulacron-3 oder den Filmen Matrix, Die totale Erinnerung – Total Recall oder Vanilla Sky wirft Cronenberg mit dem Film die Frage auf, was Wirklichkeit und was lediglich sensorischer Input ist, mit dem ein Individuum gefüttert wird. Die Technik der Verschachtelung (Traum im Traum und virtuelle Realität) wurde später auch im Film Inception verwendet, genauso wie die Frage, welche dieser Realitäten denn die wahre ist und ob man in einer Realität die anderen Realitäten verändern kann.
  • Der Film ist auch ein vorzügliches Beispiel dafür, dass der Zuschauer zu Beginn des Films von falschen Tatsachen ausgeht.
  •  Die durch die groß geschriebenen Buchstaben „X“ und „Z“ abgesonderte Buchstabenfolge „Isten“ ist ein eigenständiges Wort. Aus dem Ungarischen übersetzt bedeutet es Gott






David Paul Cronenberg (* 15. März 1943 in Toronto, Ontario) ist ein vielfach preisgekrönter kanadischer Filmregisseur. Sein Frühwerk war vor allem dem Experimental-, Horror- und Science-Fiction-Film zuzuordnen.

 

In den expliziten, Elemente des Horror- und Science-Fiction-Films einbindenden Arbeiten Parasiten-Mörder (1975) und Rabid – Der brüllende Tod (1977) stand der physische Horror im Vordergrund. Mit Die Brut (1979), seinem „autobiografischsten“ Film,  begann Cronenberg, psychologischen mit physischem Horror zu verbinden. Die Brut markierte auch die erste Zusammenarbeit mit dem Komponisten Howard Shore, der seitdem zu Cronenbergs festen Stamm von Mitarbeitern zählt, den der Regisseur im Laufe der Jahre um sich scharte, darunter Filmeditor Ronald Sanders, Produktionsdesignerin Carol Spier und Kameramann Mark Irwin[7], der 1988 durch Peter Suschitzky ersetzt wurde.
Seinen ersten größeren kommerziellen Erfolg verzeichnete Cronenberg mit Scanners – Ihre Gedanken können töten (1981), einen weiteren mit Die Fliege (1986), einem Remake des gleichnamigen Films von 1958. Mit Die Unzertrennlichen (1988), den er neben Die Brut und Die Fliege zu seinen persönlicheren Werken zählte,  trat die extreme Darstellung körperlicher Deformationen in seinen Filmen zusehends in den Hintergrund. Inhaltlich verschob sich die Gewichtung vom Horror- und Science-Fiction-Genre hin zum Filmdrama, auch entstanden die nachfolgenden Arbeiten mehrheitlich nicht mehr nach seinen Originaldrehbüchern, sondern nach literarischen Vorlagen. Naked Lunch (1991) basierte auf einem Buch von Cronenbergs favorisiertem Literaten Burroughs und war die erste Zusammenarbeit mit dem namhaften Produzenten Jeremy Thomas.





 


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