Die Brut

Die Brut (Originaltitel The Brood) ist ein kanadischer Horrorfilm aus dem Jahr 1979 von David Cronenberg mit Oliver Reed, Samantha Eggar und Art Hindle.
Mehrere Menschen aus dem Bekanntenkreis des Architekten Frank Carveth fallen einer Mordserie zum Opfer. Die Täter, eine Gruppe von entstellten Kindern, entpuppen sich als parthenogenetisch gezeugte Produkte von Carveths psychisch gestörter Ehefrau Nola. Schließlich muss Carveth nicht nur um das Sorgerecht, sondern auch das Leben seiner und Nolas gemeinsamer Tochter Candy kämpfen.


Der in Scheidung lebende Architekt Frank Carveth teilt sich das Sorgerecht seiner Tochter Candy mit seiner psychisch labilen Frau Nola, die auf dem Gelände des „Somafree Institute“ von Psychotherapeut Hal Raglan wohnt. Raglan hat eine Methode namens „Psychoplasmics“ entwickelt, mit deren Hilfe Patienten ihre mentalen Störungen in Form psychosomatischer Krankheiten verarbeiten, die dann durch herkömmliche medizinische Methoden geheilt werden sollen.

Deutscher TitelDie Brut
OriginaltitelThe Brood
ProduktionslandKanada
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1979
Länge92 Minuten
AltersfreigabeFSK 16
RegieDavid Cronenberg
DrehbuchDavid Cronenberg
ProduktionClaude Héroux
MusikHoward Shore
KameraMark Irwin
SchnittAlan Collins
Besetzung
  • Oliver Reed: Dr. Hal Raglan
  • Samantha Eggar: Nola Carveth
  • Art Hindle: Frank Carveth
  • Cindy Hinds: Candice Carveth
  • Susan Hogan: Ruth Mayer
  • Nuala Fitzgerald: Juliana Kelly
  • Henry Beckman: Barton Kelly
  • Robert A. Silverman: Jan Hartog


Nachdem Frank nach einem Besuch Candys bei ihrer Mutter Nola Spuren von Misshandlungen an seiner Tochter feststellt, versucht er, ein Besuchsverbot zwischen Mutter und Tochter zu erwirken. Nolas Mutter Juliana erklärt sich bereit, Candy bei sich aufzunehmen. Gleichzeitig erfährt Raglan bei seinen Therapiesitzungen mit Nola, dass diese als junges Mädchen von ihrer Mutter misshandelt wurde, ohne dass ihr Vater Barton eingriff. Abends wird Juliana von einem missgestalteten Kind angegriffen und getötet; Candy, die hinzukommt, erleidet einen Schock, bleibt aber unverletzt.
Julianas Ex-Mann Barton reist zu Julianas Beerdigung an. Später versucht er vergebens, seine Tochter Nola in Raglans Klinik zu kontaktieren. Frank bittet Candys Lehrerin Ruth Mayer, auf seine Tochter aufzupassen und fährt zu Julianas Wohnung, wo Barton für die Dauer seines Aufenthalts übernachtet. Auch Barton wird von einem missgestalteten Kind ermordet. Beim Versuch, Frank anzugreifen, wird es getötet. Währenddessen bedroht Nola Candys Babysitter Ruth am Telefon. Bei der Obduktion des toten Kindes, bei der Frank zugegen ist, stellt sich heraus, dass dieses keinen Bauchnabel aufweist, es also nicht auf natürliche Weise geboren wurde. Als Raglan von der Entdeckung des Lebewesens erfährt, schließt er seine Klinik und überweist seine Patienten, mit Ausnahme von Nola, in andere Institutionen.
Vormittags suchen zwei der entstellten Kinder Candys Schule auf, töten Ruth und entführen Candy. Frank erfährt in einem Gespräch mit einem ehemaligen Patienten Raglans, dass Nola von den anderen Insassen als „Bienenkönigin“ bezeichnet und beneidet wurde, weil Raglans besondere Aufmerksamkeit ihr galt. Er fährt zur Klinik, wo Raglan ihm erklärt, dass Nola ihre nicht verarbeitete Wut gegen andere Menschen kompensiert, indem sie Wesen gebärt, die die Verursacher ihres Zorns durch Gewaltakte zu beseitigen versuchen. Raglan erklärt sich bereit, Candy aus einem Raum in Nolas Hütte zu befreien, wo sie von der „Brut“ bewacht wird, während Frank Nola ablenkt. Frank sieht mit eigenen Augen, wie Nola eines ihrer „Kinder“ gebärt, die in Hautsäcken an ihrem Körper heranwachsen. Sein Ekel erweckt Nolas Zorn und damit die Brut aus ihrem Dämmerschlaf, die erst Raglan tötet und sich dann gegen Candy wendet. Frank erwürgt Nola, woraufhin die Angreifer leblos zusammenbrechen. Er befreit seine Tochter und fährt sie zurück in die Stadt. Das letzte Bild zeigt Candys Arme, die mit Blasen übersät sind, wie sie ihre Mutter bereits hatte.


  • 2006 wurde Die Brut auf Rang 88 der „100 Scariest Movies of All-Time“-Liste der Chicago Film Critics Association gewählt




David Paul Cronenberg (* 15. März 1943 in Toronto, Ontario) ist ein vielfach preisgekrönter kanadischer Filmregisseur. Sein Frühwerk war vor allem dem Experimental-, Horror- und Science-Fiction-Film zuzuordnen.

 

In den expliziten, Elemente des Horror- und Science-Fiction-Films einbindenden Arbeiten Parasiten-Mörder (1975) und Rabid – Der brüllende Tod (1977) stand der physische Horror im Vordergrund. Mit Die Brut (1979), seinem „autobiografischsten“ Film,  begann Cronenberg, psychologischen mit physischem Horror zu verbinden. Die Brut markierte auch die erste Zusammenarbeit mit dem Komponisten Howard Shore, der seitdem zu Cronenbergs festen Stamm von Mitarbeitern zählt, den der Regisseur im Laufe der Jahre um sich scharte, darunter Filmeditor Ronald Sanders, Produktionsdesignerin Carol Spier und Kameramann Mark Irwin[7], der 1988 durch Peter Suschitzky ersetzt wurde.
Seinen ersten größeren kommerziellen Erfolg verzeichnete Cronenberg mit Scanners – Ihre Gedanken können töten (1981), einen weiteren mit Die Fliege (1986), einem Remake des gleichnamigen Films von 1958. Mit Die Unzertrennlichen (1988), den er neben Die Brut und Die Fliege zu seinen persönlicheren Werken zählte,  trat die extreme Darstellung körperlicher Deformationen in seinen Filmen zusehends in den Hintergrund. Inhaltlich verschob sich die Gewichtung vom Horror- und Science-Fiction-Genre hin zum Filmdrama, auch entstanden die nachfolgenden Arbeiten mehrheitlich nicht mehr nach seinen Originaldrehbüchern, sondern nach literarischen Vorlagen. Naked Lunch (1991) basierte auf einem Buch von Cronenbergs favorisiertem Literaten Burroughs und war die erste Zusammenarbeit mit dem namhaften Produzenten Jeremy Thomas.





 


sf-actionfilm.de


 


 Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar;Texte und Daten u.a. von Wikipedia

SF Filmjahr:

1951 (1) 1953 (1) 1954 (1) 1955 (3) 1957 (3) 1958 (3) 1965 (1) 1969 (1) 1970 (1) 1971 (2) 1974 (1) 1975 (1) 1976 (1) 1977 (5) 1978 (1) 1979 (3) 1980 (1) 1981 (1) 1982 (2) 1983 (2) 1984 (2) 1985 (1) 1986 (3) 1989 (2) 1990 (1) 1991 (1) 1993 (1) 1995 (1) 1996 (3) 1997 (2) 1999 (3) 2000 (3) 2001 (1) 2002 (3) 2003 (3) 2004 (1) 2005 (5) 2006 (1) 2008 (3) 2009 (2) 2010 (2) 2011 (3) 2012 (3) 2013 (2) 2014 (5) 2015 (4) 2016 (3) 2017 (3) 2018 (4) 2019 (22) 2020 (16) 2021 (11) 2023 (1)